Eigentlich war Thomas mit Business erstmal durch. Er verkaufte 2016 sein IT-Unternehmen an einen S-Dax Konzern, nachdem er diron vom Market Innovator (1994–2004) zum europäischen Marktführer für Web2Print-Software (2007) entwickelt hatte. Er verblieb im Konzern noch ein gutes Jahr als Geschäftsführer und entschied sich dann nach dem Motto der Fantastischen Vier:
Ich bin raus, mein Kind!
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Album "Rückenwind" | 2007
Thomas ging auf Weltreise und machte in Südafrika Halt. Mit exzentrisch dicker Fotoausrüstung zog es ihn in die Wildnis. Die Biologie war eine der frühesten Leidenschaften von Thomas. Doch seine absolute Stärke liegt im Programmieren. Mit bereits 15 sagte ein Kollege seines Vaters, der Mathematikprofessor an der Universität in Münster war, zu ihm:
Thomas, Du bist ein Mozart im Programmieren!
Nun, wer mit 15 Jahren wegen seiner Programmierfähigkeiten bereits erste Aufträge hat und damit in der BILD-Zeitung landet, muss mit solchen Beschreibungen rechnen. Doch zurück zum Thema: Thomas saß nun also in Südafrika im Busch und beobachtete eine Jagdszene.
Eine topografische Karte von Kenia mit einem markierten Standort nahe Nairobi.
Und musste mit ansehen, wie in 2 Meter Entfernung ein Löwe den Kopf eines Kalbs zerbeißt. Er fragte sich:
Hatte ich Mitgefühl? Ja, klar, und wie. Aber mit wem eigentlich? Dem Kalb? Warum dem Kalb? Die Löwen müssen doch auch essen... oder?
Das war der Tipping Point, an dem aus einem Menschen, der bislang – sagen wir mal – relativ unausgewählt mit seiner Ernährung umging, ein Bewusstsein entwickelte. Ein Bewusstsein, das deutlich stärker war als einfach nur: "Ich kauf jetzt Bio." Oder "Ich esse jetzt weniger Fleisch". Dieser Weg hätte auch nicht zu Thomas gepasst, viel zu mittig. Er begann darüber nachzudenken, wie er die komplette Herkunftsgeschichte zu einem Stück Fleisch am liebsten lesen würde. Und wurde erstmal Jäger.
Nach erfolgreichem Bestehen des Jagdscheins, der Beteiligung an einer Jagdschule sowie der Ausbildung seines Hundes Frodo als Nachsucheprofi tüftelte Thomas mehr und mehr an der Frage:
Wenn ich jetzt ein Stück Wild erlege und das auf dem Teller landet: Was würde ich am liebsten zu diesem Stück Fleisch dann nachlesen wollen? Was interessiert mich?!
Die Grundidee von "diwima" – der Digitalen WildMarke – war geboren. Und kurze Zeit später waren die ersten Programmierer an Bord.
Der Grundgedanke ist denkbar einfach: die Lebensgeschichte eines Tieres hinter dem Stück Fleisch so dokumentieren, dass einfach alle daran Beteiligten von diesen Informationen profitieren: Jäger, Revierpächter oder -besitzer, Veterinäramt, Wildveredler, Wildhändler und die Endnutzer, vom Gastronom bis zum Genießer.
Und genau das trieb erst einmal wilde Blüten. Denn statt des Fokus auf die Herkunftsgeschichte eines Stück Fleisches waren Politik, Behörden, Forst und Jagd gleichermaßen von der unfassbaren Arbeitserleichterung begeistert, die die Digitalisierung dieser ganzen Prozesse mit sich brachte!
Die diwima? Das ist das SAP der Jagdorganisation!
Die arbeitsfressende Zettelwirtschaft und Fehleranfälligkeit wurden plötzlich ersetzt durch ein übersichtliches Cockpit und Apps, die hochindividuell auf die unterschiedlichen Nutzergruppen hin programmiert wurden.
Zwei Jäger, einer hält ein robustes Tablet mit einer App zur Wildverwaltung.
diwima war damit der erste "Vertical" von Narravero. Hier konnten wir damals unter Beweis stellen, was Digitalisierung alles kann, wenn man sie nur in ihrer Fantasie nicht beschneidet und grandiose Programmierköpfe denken, umdenken und schließlich umsetzen lässt.
Anfang 2022 merkten wir deutlich, wie sehr auch andere Branchen daran interessiert waren, "Transparenz" und "Herkunftsgeschichte" mit einer smarten und für Menschen gedachten Digitalisierung zu verknüpfen. Die Geschichte von Narravero begann zu schreiben ...
... und wird eine ganze Menge zu Papier bringen. Mehr zu diwima gibt es hier. Und wer mehr Geschichten von Narravero lesen und hören möchte, nun, der besucht uns hier häufiger auf der Website oder trägt sich in unseren Newsletter im Blogbereich ein und lässt sich bequem beliefern.