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Lieferkettentransparenz: Warum wir so wenig von unseren Produkten wissen.

Aktualisiert: 28. Juni


Frau hält Hand über ihren Mund

Transparenz zum Frühstück


Hast Du es auch gelesen? Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung geht zurück. Gute Nachrichten, die dir bei deiner morgendlichen Lektüre der Nachrichten in den Blick springen, nicht wahr?


Passend dazu kannst Du Dein Frühstücksei seit einiger Zeit mit besserem Gewissen genießen. Schließlich werden die männlichen Küken nicht mehr sofort nach dem Schlüpfen getötet, sondern dürfen jetzt aufwachsen. Und auch die Milch im Kaffee ist kein Problem. Du greifst zur Weide- oder Biomilch – die Tiere hatten also ein gutes Leben. Schön!


Was jedoch nach morgendlicher Frühstücksidylle klingt, ist manchmal mehr Marketing als Realität. Denn wir müssen schon ganz fest Augen und Ohren verschließen vor den Inhalten, die sich hinter kurzen Schlagzeilen oder wohlklingenden Bezeichnungen meist gut und sicher verstecken. So stehen die Kühe bei der Weidemilch mitnichten das ganze Jahr draußen auf der Weide. Der Begriff ruft aber bei vielen genau diese Assoziation hervor und ist somit irreführend.



Du kennst nur die Spitze des Eisbergs


Blick auf einen Eisberg im Wasser

Was du als Verbraucher als Informationen erhältst, ist häufig lediglich die Spitze des Eisbergs. Ehrliche Lieferkettentransparenz: Fehlanzeige. Du siehst am Ende die Schlagzeile oder das fertige Produkt. Die Hintergründe und das, was wirklich hinter den Kulissen passiert, bis das Ei oder die Milch im Supermarkt landen, schwimmen verborgen unterhalb der Wasseroberfläche - umgeben von kaltem, braunem Wasser, welches es dir unmöglich macht, die eigentlichen Ausmaße und Konturen des Eisbergs zu erkennen.


Nehmen wir mal ein Beispiel. Da liest Du in der Tageszeitung: „Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft geht zurück“. Klingt gut! Doch wer einmal einen Blick nach rechts und links wagt, sieht ein anderes Bild. So zeigt die Albert-Schweitzer-Stiftung auf (Quelle), dass die Daten zum einen nicht alle Tier- und Nutzungsarten abdecken. Zum anderen gehen zum Teil auch die Tierzahlen zurück (Quelle) Weniger Tiere - weniger Antibiotika. Macht Sinn, oder? Die sinkenden Verbrauchsmengen stellen also nicht den Erfolg dar, den die Aussage zunächst suggeriert.



Schweine in einem Stall

Instagramm-Post der Albertschweizer-Stiftung vom 9. März 2023: (Quelle)



Ähnlich ist es rundum dein Frühstücksei. Alles in Butter, denn schließlich dürfen die männlichen Küken nun aufwachsen? Richtig ist, dass in Deutschland kein männliches Küken mehr direkt nach dem Schlüpfen getötet werden darf. Doch das heißt nicht, dass es bei uns im Handel keine Eier mehr gibt, bei denen genau das passiert. Denn bei unseren europäischen Nachbarn ist diese Praktik weiterhin gang und gäbe und so wird das Problem einfach ins Ausland verlagert (Quelle).



Frühstück mit Frühstücksei im Vordergrund

Ganz allein stehst Du also glücklicherweise nicht da – dank der guten Arbeit einiger NGOs. Aber mal ehrlich: Wie viele Menschen überprüfen die neuesten Fakten über die Herkunft der Wurst, die sie kaufen wollen? Hand aufs Herz: Würdest du es überprüfen?



Lieferkettentransparenz: Warum wir so wenig von unseren Produkten wissen …


Machen wir uns also nichts vor: in gewisser Art und Weise ist jede Konsumgesellschaft auch „trainiert“, sich für manche Dinge zu interessieren – wie Preise – und für manche Dinge eben nicht. Zudem besteht wenig Zweifel, dass der durchschnittliche Konsument auf Convenience getrimmt ist und aufwendige Informationsrecherche nicht zu den bisherigen Einkaufsroutinen gehörte.



… und wie sich das bald ändern wird


Doch das bisherige Einkaufsverhalten könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn momentan werden die Weichen für einen womöglich grundlegenden Wandel gestellt – sowohl politisch als auch gesellschaftlich.


Werfen wir zunächst einen Blick in die Politik.


Denn dort tut sich einiges. Zum Beispiel mit dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Anfang 2023 in Kraft getreten, verpflichtet es Unternehmen ihre Lieferketten besser zu prüfen. Ziel ist, den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt entlang der Lieferketten zu verbessern. Neugierig geworden? Hier nachlesen:



Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Deutschland ist dabei lediglich ein kleiner Bestandteil des großen Ganzen – dem Green Deal. Die ambiotonierte Agenda, mit der Ursula von der Leyen 2019 angetreten ist, nimmt mächtig an Fahrt auf. Die EU-Staaten haben mittlerweile unter anderem einer Reihe von Klimagesetzen zugestimmt (mehr Infos zum Gesetzespaket Fit For 55). Gut so, schließlich soll nicht weniger erreicht werden, als Europa bis 2050 in den ersten klimaneutraken Kontinent umzuwandeln.


Neben diesen politischen Voraussetzungen ist vor allem aber in der Gesellschaft eine neue Lust an Nachhaltigkeit und Transparenz erlebbar. Das Motto lautet immer weniger Augen verschließen, sondern viel öfter: „Schau hin!“. Es geht nicht mehr rein um das Proukt, dass Du am Ende in den Händen hältst. Sondern es geht immer mehr um die Geschichte, die dir dieses Produkt erzählt. Unter welchen Bedigungen wurden die Rohstoffe gewonnen, welche Stationen hat das Proukt bei seiner Herstellung durchlaufen und wie groß sind die Umweltauswirkungen der Herstellung? Und auch mit dem fertigen Produkt hört die Geschichte nicht auf. Wo sind Ersatzteile erhältlich oder Reparaturen möglich?


Solche Fragen rücken bei der Kaufentscheidung immer mehr in den Fokus der Verbraucher. Ein Weiter so wie bisher ist also kaum noch denkbar. Den sich ändernden Ansprüchen der Verbraucher muss begenet werden. Stellt sich die Frage nach dem Wie. Doch hier könnte es mit dem Digitalen Produktpasst bereits eine gute Antwort geben.



Jetzt in die Welt des Digitalen Produktpasses eintauchen:


Der Digitale Produktpass wird nicht nur Unternehmen in Sachen Transparenz und Nachhaltigkeit verändern – sondern unsere Konsumgesellschaft! Neugierig auf das nächste Level von digitaler Kundeninteraktion auf OnetoOne-Level und viele weitere Anwendungsmöglichkeiten vom Digitalen Produktpass? Hier geht es entlang:

Handy, das den Digitalen Produktpass zeigt, vor einem Schuh






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