Der Digitale Produktpass als Infrastruktur: Wie Europa Wertschöpfung neu organisiert
- Lioba Galliet
- 27. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Nicht die Regulierung ist das eigentlich Neue am Digitalen Produktpass, sondern die Art, wie er Märkte, Daten und Wertschöpfung neu ordnet.
Genau diesen Perspektivwechsel nimmt Thomas in seinem aktuellen Gastbeitrag bei How Green Works vor. Der Digitale Produktpass erscheint darin nicht als politisches Instrument oder Nachhaltigkeitsmaßnahme, sondern als infrastrukturelle Grundlage: als ein System, über das sich Transparenz, Steuerung und Wettbewerbsfähigkeit künftig organisieren.
Mit einer Perspektive, die Wertschöpfung, Marktmechaniken und operative Realität zusammendenkt, macht Thomas den Digitalen Produktpass lesbar als das, was er tatsächlich ist: ein neues Ordnungssystem für Produktdaten in Europa.
Der Digitale Produktpass ist kein Tool – er ist ein System
Wer den Digitalen Produktpass als einzelnes Tool versteht – als QR-Code, Datenfeld oder Compliance-Artefakt – greift zu kurz. Sein eigentlicher Kern liegt nicht in der Anwendung, sondern in der zugrunde liegenden Logik.
Der DPP definiert, wie Produktdaten entstehen, wie sie miteinander verknüpft werden und wie sie über den gesamten Lebenszyklus hinweg nutzbar bleiben. Materialien, Komponenten, Nutzung und Weiterverwertung werden nicht mehr isoliert dokumentiert, sondern in einer gemeinsamen Struktur gedacht.
Damit verschiebt sich der Fokus von punktueller Dokumentation hin zu einer verbindlichen Datenlogik. Informationen werden anschlussfähig – für interne Prozesse ebenso wie für Marktüberwachung, Partner und Kund:innen.
Infrastruktur statt Reporting
Genau hier liegt der Unterschied zwischen Pflicht und Potenzial. Transparenz ist im Kontext des Digitalen Produktpasses kein moralisches Ziel, sondern eine wirtschaftliche Größe. Wenn Daten strukturiert vorliegen, können sie mehrfach genutzt werden: für Compliance, Service, Reparatur oder Marktzugang.
Der Digitale Produktpass macht diese Mehrfachnutzung erstmals systematisch möglich. Er reduziert Komplexität nicht, indem er Informationen vereinfacht, sondern indem er sie ordnet.
Ein europäisches Ordnungssystem für Produktdaten
Im größeren Kontext wird deutlich: Der Digitale Produktpass ist Teil eines europäischen Infrastrukturprojekts. Er schafft eine gemeinsame Sprache für Produktdaten über Branchen, Länder und Systeme hinweg.
Standards dieser Art haben Märkte schon früher verändert – nicht durch Regulierung allein, sondern durch Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit. In dieser Tradition steht auch der DPP.
Wer ihn lediglich als Pflicht liest, verkennt seine Wirkung. Der Digitale Produktpass ist weder eine Datensammlung noch eine Einzellösung, sondern Infrastruktur – und damit eine gemeinsame europäische Wertschöpfungsarchitektur.
Was das konkret für Unternehmen bedeutet und warum Europa damit einen eigenen Weg geht, ordnet der vollständige Gastbeitrag von Thomas bei How Green Works im Detail ein.